Halle
Halle, Germany

Atterberg-Grenzen in Halle: Bodenplastizität sicher bestimmen

Die pleistozänen Beckenablagerungen im halleschen Stadtgebiet, geprägt von wechselnden Ton-, Schluff- und Mergelschichten, fordern bei jeder Baugrunduntersuchung eine präzise Kenntnis der bindigen Horizonte. 51.48 Grad nördlicher Breite bedeuten gemäßigte, oft niederschlagsreiche Witterung, die den Wassergehalt oberflächennaher Tone in Halle unmittelbar steuert. Genau hier setzt die Atterberg-Grenzen Analyse an: Sie klassifiziert die Zustandsform des Bodens zwischen flüssig, plastisch und fest. Im halleschen Labor prüfen wir die Fließgrenze nach DIN 18122, Teil 1, und die Ausrollgrenze nach Teil 2, ergänzt durch den Korngrößenanalyse für eine vollständige Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688. Die Plastizitätszahl, abgeleitet aus diesen Werten, ist nicht nur eine Laborkennziffer – sie entscheidet über Setzungsempfindlichkeit, Frosthebung und das Tragverhalten von Fundamente auf den Geschiebemergeln der Region.

Die Plastizitätszahl der halleschen Auenlehme steigt saaleabwärts signifikant an und beeinflusst direkt die zulässige Bodenpressung flacher Gründungen.

Arbeitsumfang in Halle

Halle zählt rund 240.000 Einwohner und erstreckt sich über ausgedehnte Auenlehme der Saale-Elster-Aue sowie Lössplateaus im Nordosten. Diese geologische Zweiteilung führt zu stark variierenden Plastizitätsindizes: Während der Lösslehm oft im Bereich mittlerer Plastizität (PI 7–15 %) liegt, erreichen die tonigen Auesedimente nahe dem Stadtteil Kröllwitz Werte über 30 %. Die Bestimmung der Atterberg-Grenzen erfolgt hier mit dem Fallkegelgerät nach DIN EN ISO 17892-12, wobei mindestens vier Wassergehaltsstufen gefahren werden, um den Schnittpunkt der Fließkurve bei 25 Schlägen zuverlässig zu interpolieren. Für geringdurchlässige Schichten kombinieren wir das Ergebnis oft mit einem In-situ-Durchlässigkeit Versuch, um den Zusammenhang zwischen Plastizität und Durchlässigkeitsbeiwert kf zu quantifizieren. Die Ausrollgrenze wird manuell auf einer saugfähigen Platte ermittelt – ein Verfahren, das trotz moderner Alternativen die höchste Reproduzierbarkeit liefert, sofern die 3-mm-Wurstregel strikt eingehalten wird.
Atterberg-Grenzen in Halle: Bodenplastizität sicher bestimmen
Atterberg-Grenzen in Halle: Bodenplastizität sicher bestimmen
ParameterTypischer Wert
Prüfnorm FließgrenzeDIN 18122-1 / DIN EN ISO 17892-12
Prüfnorm AusrollgrenzeDIN 18122-2
Typischer Plastizitätsbereich LössPI 5–18 %
Typischer Plastizitätsbereich AuelehmPI 15–40 %
Konsistenzzahl IcBerechnung aus w, wL, wP
Mindestprobemasse200 g (Siebdurchgang < 0,4 mm)
Liquiditätsindex ILDimensionslos, Verhältnis (w-wP)/PI

Kritische Bodenfaktoren in Halle

Der talwärts gelegene Stadtteil Giebichenstein zeigt auf den ersten Blick ähnlich tonige Böden wie die Höhenlagen in Heide-Süd – doch die Plastizität differiert erheblich. In Giebichenstein führen eingelagerte Faulschlammreste zu extrem hohen Ausrollgrenzen und damit zu einem trügerisch breiten plastischen Bereich; der Boden bleibt lange verformbar, bevor er bricht. Hanglagen auf dem Riveufer bei Kröllwitz dagegen neigen bei Austrocknung zu Schrumpfrissen, weil die dortigen Mergel eine niedrige Fließgrenze mit steiler Konsistenzkurve aufweisen. Wer diese Unterschiede ignoriert, riskiert Fehlklassifikationen der Baugrundtragfähigkeit: Ein als steifplastisch eingestufter Ton kann in Giebichenstein bereits bei geringem Wasserzutritt in den breiigen Zustand übergehen. Die Atterberg-Grenzen Analyse deckt solche Schwankungen zuverlässig auf, indem sie den Übergang vom halbfesten zum plastischen Zustand exakt beziffert.

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Anwendbare Normen: DIN 18122-1: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) – Teil 1: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN EN ISO 17892-12: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 12: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenzen, DIN EN ISO 14688-2: Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden – Teil 2: Grundlagen für Bodenklassifizierungen

Unsere Leistungen

Die Plastizität eines Bodens wirkt sich auf mehrere geotechnische Parameter aus. Unser Labor in Halle führt folgende Untersuchungen durch:

Fließgrenze wL

Mehrpunktbestimmung mit Fallkegelgerät nach DIN, methodischer Nachweis der 25-Schlag-Konsistenz, inklusive grafischer Fließkurve und Angabe des Bestimmtheitsmaßes R².

Ausrollgrenze wP

Manuelle Ermittlung durch Ausrollen auf saugfähiger Unterlage bis zur Rissbildung bei 3 mm Durchmesser, Doppelbestimmung mit Plausibilitätsprüfung der Differenz.

Konsistenzzahl und Liquiditätsindex

Ableitung der Konsistenz Ic aus natürlichem Wassergehalt und Atterberg-Grenzen; Berechnung des Liquiditätsindex IL zur Vorhersage des Verformungsverhaltens unter Last.

Häufig gestellte Fragen

Was kosten Atterberg-Versuche im Labor?

Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze einer Bodenprobe liegt preislich zwischen €60 und €90. Bei Serien von mehr als fünf Proben aus einem Bauvorhaben in Halle reduzieren sich die Kosten je Einzelprobe.

Warum sind die Atterberg-Grenzen für den Baugrund in Halle wichtig?

Die Konsistenz bindiger Böden in der Saalestadt variiert kleinräumig stark. Fließ- und Ausrollgrenze liefern die Basis, um Setzungsrisiken, Frostempfindlichkeit und die Verdichtbarkeit von Auelehm oder Löss korrekt einzuschätzen.

Wie viel Bodenmaterial wird für die Prüfung benötigt?

Für eine vollständige Atterberg-Analyse sind mindestens 200 Gramm des Siebdurchgangs unter 0,4 mm erforderlich. Bei tonarmen Schluffen empfiehlt sich eine etwas größere Einwaage, um genügend Feinkorn für die Ausrollgrenze zu haben.

Welche Norm gilt für die Atterberg-Grenzen in Deutschland?

Die Durchführung erfolgt nach DIN 18122, Teile 1 und 2, sowie nach DIN EN ISO 17892-12. Beide Normen definieren das Fallkegelverfahren für die Fließgrenze und die manuelle Ausrollmethode für die Ausrollgrenze.

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