Die pleistozänen Beckenablagerungen im halleschen Stadtgebiet, geprägt von wechselnden Ton-, Schluff- und Mergelschichten, fordern bei jeder Baugrunduntersuchung eine präzise Kenntnis der bindigen Horizonte. 51.48 Grad nördlicher Breite bedeuten gemäßigte, oft niederschlagsreiche Witterung, die den Wassergehalt oberflächennaher Tone in Halle unmittelbar steuert. Genau hier setzt die Atterberg-Grenzen Analyse an: Sie klassifiziert die Zustandsform des Bodens zwischen flüssig, plastisch und fest. Im halleschen Labor prüfen wir die Fließgrenze nach DIN 18122, Teil 1, und die Ausrollgrenze nach Teil 2, ergänzt durch den Korngrößenanalyse für eine vollständige Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688. Die Plastizitätszahl, abgeleitet aus diesen Werten, ist nicht nur eine Laborkennziffer – sie entscheidet über Setzungsempfindlichkeit, Frosthebung und das Tragverhalten von Fundamente auf den Geschiebemergeln der Region.
Die Plastizitätszahl der halleschen Auenlehme steigt saaleabwärts signifikant an und beeinflusst direkt die zulässige Bodenpressung flacher Gründungen.
Arbeitsumfang in Halle

Kritische Bodenfaktoren in Halle
Der talwärts gelegene Stadtteil Giebichenstein zeigt auf den ersten Blick ähnlich tonige Böden wie die Höhenlagen in Heide-Süd – doch die Plastizität differiert erheblich. In Giebichenstein führen eingelagerte Faulschlammreste zu extrem hohen Ausrollgrenzen und damit zu einem trügerisch breiten plastischen Bereich; der Boden bleibt lange verformbar, bevor er bricht. Hanglagen auf dem Riveufer bei Kröllwitz dagegen neigen bei Austrocknung zu Schrumpfrissen, weil die dortigen Mergel eine niedrige Fließgrenze mit steiler Konsistenzkurve aufweisen. Wer diese Unterschiede ignoriert, riskiert Fehlklassifikationen der Baugrundtragfähigkeit: Ein als steifplastisch eingestufter Ton kann in Giebichenstein bereits bei geringem Wasserzutritt in den breiigen Zustand übergehen. Die Atterberg-Grenzen Analyse deckt solche Schwankungen zuverlässig auf, indem sie den Übergang vom halbfesten zum plastischen Zustand exakt beziffert.
Unsere Leistungen
Die Plastizität eines Bodens wirkt sich auf mehrere geotechnische Parameter aus. Unser Labor in Halle führt folgende Untersuchungen durch:
Fließgrenze wL
Mehrpunktbestimmung mit Fallkegelgerät nach DIN, methodischer Nachweis der 25-Schlag-Konsistenz, inklusive grafischer Fließkurve und Angabe des Bestimmtheitsmaßes R².
Ausrollgrenze wP
Manuelle Ermittlung durch Ausrollen auf saugfähiger Unterlage bis zur Rissbildung bei 3 mm Durchmesser, Doppelbestimmung mit Plausibilitätsprüfung der Differenz.
Konsistenzzahl und Liquiditätsindex
Ableitung der Konsistenz Ic aus natürlichem Wassergehalt und Atterberg-Grenzen; Berechnung des Liquiditätsindex IL zur Vorhersage des Verformungsverhaltens unter Last.
Häufig gestellte Fragen
Was kosten Atterberg-Versuche im Labor?
Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze einer Bodenprobe liegt preislich zwischen €60 und €90. Bei Serien von mehr als fünf Proben aus einem Bauvorhaben in Halle reduzieren sich die Kosten je Einzelprobe.
Warum sind die Atterberg-Grenzen für den Baugrund in Halle wichtig?
Die Konsistenz bindiger Böden in der Saalestadt variiert kleinräumig stark. Fließ- und Ausrollgrenze liefern die Basis, um Setzungsrisiken, Frostempfindlichkeit und die Verdichtbarkeit von Auelehm oder Löss korrekt einzuschätzen.
Wie viel Bodenmaterial wird für die Prüfung benötigt?
Für eine vollständige Atterberg-Analyse sind mindestens 200 Gramm des Siebdurchgangs unter 0,4 mm erforderlich. Bei tonarmen Schluffen empfiehlt sich eine etwas größere Einwaage, um genügend Feinkorn für die Ausrollgrenze zu haben.
Welche Norm gilt für die Atterberg-Grenzen in Deutschland?
Die Durchführung erfolgt nach DIN 18122, Teile 1 und 2, sowie nach DIN EN ISO 17892-12. Beide Normen definieren das Fallkegelverfahren für die Fließgrenze und die manuelle Ausrollmethode für die Ausrollgrenze.