Wenn unser Messtrupp in Halle ankommt, packt er zuerst den schweren CBR-Pressrahmen samt 5-Zentimeter-Stempel und Eindringkolben aus. Direkt auf der Trasse, oft neben dem Riebeckplatz oder draußen im Gewerbegebiet Star Park, setzen wir die Vorrichtung auf den verdichteten Untergrund. Das hydraulische System baut langsam Druck auf, während der Wegaufnehmer jeden Zehntelmillimeter Eindringung registriert. In unserer Erfahrung aus dutzenden Projekten im Stadtgebiet liefert genau diese unmittelbare Prüfung vor Ort die belastbarsten Werte. Denn was nützt ein Laborwert, wenn die saale-glazialen Sande und Kiese unter der Trasse anders reagieren als im Prüfzylinder? Beim Straßen- und Wegebau in Halle entscheidet der CBR-Wert über die Dimensionierung des gesamten Oberbaus. Ein zu niedriger Wert und die Asphaltdecke zeigt nach zwei Wintern Risse. Deshalb kombinieren wir den Versuch oft mit einer Korngrößenanalyse, um das verdichtete Material auch stofflich sicher einordnen zu können.
Der CBR-Wert ist der direkteste Indikator, ob Ihr Unterbau 20 Jahre Schwerlastverkehr in Halle trägt oder schon nach drei Wintern versagt.
Arbeitsumfang in Halle

Kritische Bodenfaktoren in Halle
Die geologischen Sprünge innerhalb von Halle sind enorm. In der Altstadt und entlang des Riveufers haben wir es mit mächtigen Auelehm-Paketen zu tun – bindig, empfindlich gegen Wasser, geringe Tragfähigkeit. Fährt man dagegen fünf Kilometer nach Kröllwitz oder auf die Heide-Seite, steht man auf pleistozänen Saalekiesen mit hervorragender Verdichtbarkeit. Wer diesen Wechsel ignoriert, dimensioniert die Straße entweder über und verbrennt Geld, oder unterdimensioniert sie und riskiert Spurrinnen und Rissbildungen. Besonders tückisch sind die vielen innerstädtischen Baulücken: Hier wurde oft jahrzehntelang Bauschutt verfüllt, der sich ungleichmäßig setzt. Ein CBR-Wert, der auf einer Ecke der Trasse passt, kann zwanzig Meter weiter völlig ungenügend sein. Wir prüfen deshalb engmaschig und interpretieren die Werte im Zusammenhang mit der Baugrundhistorie des jeweiligen Viertels.
Unsere Leistungen
Unsere CBR-Prüfungen in Halle sind immer Teil einer schlüssigen Baugrundlogik. Je nach Fragestellung und Bodenart bündeln wir folgende Leistungen:
Feld-CBR auf der Trasse
Direktbestimmung des CBR-Werts am verdichteten Planum. Kein Transport, keine Störung der Probe. Ideal zur Abnahme von Tragschichten im Stadtgebiet Halle.
Labor-CBR nach Proctor
Verdichtung einer gestörten Probe bei Optimalwassergehalt im Labor. Wir simulieren verschiedene Einbaufeuchten, um den worst case für Ihre Planung zu ermitteln.
Tragfähigkeitsgutachten Straßenbau
Kombination aus CBR, Plattendruck und Sieblinie. Sie erhalten ein unterschriftsreifes Gutachten für die Genehmigungsplanung inkl. Ausschreibungstext.
Häufig gestellte Fragen
Wann brauche ich in Halle zwingend eine CBR-Studie?
Immer dann, wenn Sie einen öffentlichen Verkehrsweg, eine Industriezufahrt oder einen Schwerlastparkplatz neu bauen oder grundhaft erneuern. Die Stadt Halle und das Land Sachsen-Anhalt verlangen für die Baugenehmigung einen rechnerischen Nachweis der Oberbaudicke gemäß RStO. Ohne CBR-Wert des Untergrunds ist diese Berechnung nicht möglich.
Mit welchen Kosten muss ich für einen CBR-Versuch in Halle rechnen?
Für einen Einzelversuch vor Ort oder im Labor liegen Sie je nach Aufwand zwischen €130 und €250. Bei größeren Trassen mit mehreren Prüfpunkten erstellen wir ein Pauschalangebot, das auch die Dokumentation und das Gutachten umfasst.
Wie viele Prüfpunkte braucht eine Straße in Halle?
Das hängt von der Länge und der Homogenität des Untergrunds ab. Als Faustregel gilt: ein Prüfpunkt alle 100 bis 200 Meter. In Halle legen wir wegen der geologischen Wechsel von Aue zu Geschiebelehm oft engere Raster an, besonders im Bereich der Saaleterrassen.
Unterscheidet sich die CBR-Prüfung vom Plattendruckversuch?
Ja, grundlegend. Der CBR misst die Widerstandskraft gegen das Eindringen eines Stempels und gibt einen relativen Tragfähigkeitsindex. Der Plattendruckversuch ermittelt den Verformungsmodul Ev2 in Megapascal. Beide ergänzen sich: Der CBR ist robuster bei grobem Korn, der Plattendruckversuch genauer bei der Beurteilung der Nachverdichtung.