Der Baugrund in Halle ist ein echtes Puzzle. Zwischen den Ausläufern des halleschen Porphyrkomplexes, den sandigen Saaleauen und den oft angetroffenen Lösslehmdecken wechselt die Durchlässigkeit des Untergrunds teils auf engstem Raum. Eine pauschale Injektionsbemessung funktioniert hier nicht. Wenn Sie im Osten der Stadt nahe der Saale bauen, haben Sie es meist mit lockeren Talsedimenten zu tun, während man im Stadtzentrum oft schon in wenigen Metern Tiefe auf den verwitterten Fels trifft. Genau deshalb beginnt unsere Arbeit immer mit einer gezielten Erkundung. Bevor wir ein Injektionsmittel oder einen Druck festlegen, kombinieren wir die Ergebnisse aus der Korngrößenanalyse mit den Erkenntnissen aus In-situ-Durchlässigkeitstests, um das Porengefüge wirklich zu verstehen. Nur so lässt sich eine Injektionsbemessung realisieren, die am Ende nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Untergrund hält.
Eine Injektionsbemessung ist kein Produktkatalog, sondern ein rechnerischer Nachweis, dass das Injektionsmittel auch dahin gelangt, wo es gebraucht wird.
Arbeitsumfang in Halle

Kritische Bodenfaktoren in Halle
In der Glauchaer Straße standen wir vor einem sanierten Altbau, unter dem sich ein alter, lockerer Verfüllbereich mit Hohlräumen erstreckte. Die Bauherren wollten eine neue, lastabtragende Bodenplatte, aber der Untergrund gab bei ersten Sondierungen stark nach. Ohne eine maßgeschneiderte Injektionsbemessung wäre das Risiko von Setzungen und späteren Rissen im Estrich viel zu hoch gewesen. Der Fehler, den wir oft sehen: Es wird einfach eine Zementsuspension mit einem willkürlichen W/Z-Wert eingepresst, bis der Druck ansteigt. Das ist kein Bemessungsansatz, das ist Glücksspiel. Schlecht bemessene Injektionen führen zu unkontrollierten Ausbrüchen, verstopften Porenkanälen oder einer ungleichmäßigen Vergütung. Besonders kritisch ist das in der Nähe von Bestandsleitungen oder unterkellerten Nachbargebäuden, wie sie im halleschen Stadtgebiet üblich sind. Ein plötzlicher Druckanstieg kann hier mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Wir setzen deshalb auf gestaffelte Druckstufen und eine lückenlose Dokumentation jeder Verpresslanze.
Unsere Leistungen
Unsere Injektionsbemessung in Halle ist eingebettet in einen ganzheitlichen Planungsprozess. Von der ersten Baugrunduntersuchung bis zur Qualitätskontrolle nach der Ausführung decken wir alle relevanten Leistungsphasen ab:
Geotechnische Vorerkundung
Aufschluss des Untergrunds mittels Kernbohrungen und Rammsondierungen, um das Injektionsziel und die Homogenität des Baugrunds festzulegen. Besonders wichtig in den heterogenen Auenlehmen der Saale.
Laboruntersuchungen & Rezeptentwicklung
Bestimmung der Korngrößenverteilung und Ermittlung der rheologischen Eigenschaften verschiedener Injektionsmittel. Entwicklung einer suspensionsstabilen Rezeptur, abgestimmt auf das Porengefüge.
Ausführungsplanung & Qualitätssicherung
Detaillierte Festlegung von Raster, Verpressdruck, Menge und Abbruchkriterien pro Stufe. Inklusive eines Prüfplans für begleitende Durchlässigkeitsversuche zur Erfolgskontrolle der Injektion.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist eine Injektionsbemessung nach DIN EN 12715 zwingend erforderlich?
Immer dann, wenn Sie planmäßig in den Baugrund eingreifen, um dessen Eigenschaften dauerhaft zu verändern. Sei es zur Herstellung einer Abdichtungssohle, zur Verfüllung von Karsthohlräumen oder zur nachträglichen Unterfangung. Die Norm verlangt für jede dieser Maßnahmen einen bemessenen Injektionsplan, der den Ausgangszustand, das Soll-Ziel und die Kontrollmechanismen definiert. Ohne diese Bemessung bewegen Sie sich außerhalb des Regelwerks, was im Schadensfall zu erheblichen Haftungsproblemen führt.
Was kostet die Erstellung eines Injektionsplans für ein Einfamilienhaus in Halle?
Für ein typisches Einfamilienhaus, bei dem es um die flächige Untergrundvergütung oder eine punktuelle Abdichtung geht, liegen die Honorare für die reine Bemessung inklusive der erforderlichen Laborversuche meist zwischen €1.260 und €3.800. Der genaue Aufwand hängt stark von der notwendigen Erkundungstiefe und der Anzahl der zu untersuchenden Proben ab.
Welcher Unterschied besteht zwischen einer Poreninjektion und einer Felsinjektion?
Bei der Poreninjektion dringen die Injektionsmittel in die Porenräume des Lockergesteins ein, ohne das Korngerüst zu verschieben. Hier ist die Filterstabilität entscheidend: Die Partikel im Injektionsmittel müssen klein genug sein, um nicht an den Porenengstellen hängen zu bleiben. Bei der Felsinjektion hingegen fließt das Material in vorhandene Klüfte und Spalten. Hier bemessen wir nach dem Lugeon-Kriterium und arbeiten oft mit höheren Drücken, um die Fließgrenze der Suspension zu überwinden.
Wie weisen Sie nach, dass die Injektion erfolgreich war?
Die Qualitätssicherung erfolgt mehrstufig. Noch während der Injektion dokumentieren wir kontinuierlich Druck, Volumenstrom und aufgenommene Menge pro Lanze. Nach Abschluss der Arbeiten und einer ausreichenden Erhärtungszeit führen wir an ausgewählten Punkten erneute Durchlässigkeitsversuche, meist als WD-Tests, durch. Die gemessene Durchlässigkeit muss dabei den in der Bemessung definierten Zielwert unterschreiten. Erst dieser Vorher-Nachher-Vergleich belegt den Erfolg objektiv.