Die häufigste Fehleinschätzung im Halleschen Tiefbau ist die Annahme, dass man den Saale-Auelehm einfach überbetonieren kann. Das rächt sich schnell. In der Dölauer Heide und entlang des Riveufers stehen oft nur zwei Meter tragfähiger Horizont an, bevor der Baugrund in weiche, setzungsempfindliche Schichten abtaucht. Eine wirtschaftliche Alternative ist die Rüttelstopfverdichtung, die den Boden durch steife Tragelemente verbessert. Unsere Bemessung von Schottersäulen setzt exakt dort an: Wir ermitteln punktgenau, welcher Säulenraster die Setzungen auf das zulässige Maß reduziert. Bei einem aktuellen Projekt in der Südlichen Innenstadt haben wir mit einer Kombination aus CPT-Versuch und Rammkernsondierung erst die Tiefenlage der tragfähigen Schicht bestimmt, bevor wir das Raster auslegten. Nur so lässt sich die erforderliche Steifigkeit unter der Bodenplatte garantieren, ohne den Austauschboden zu überdimensionieren.
Eine Schottersäule unter einer Bodenplatte kann die Setzung um 60 % reduzieren – wenn das Raster zur Last des Bauwerks passt.
Arbeitsumfang in Halle

Kritische Bodenfaktoren in Halle
Halle hat 242.000 Einwohner und einen enormen Nachverdichtungsdruck in Quartieren wie Giebichenstein oder Kröllwitz. Bauen auf Restflächen bedeutet fast immer Bauen auf inhomogenem Untergrund. Das Hauptrisiko bei falscher Bemessung von Schottersäulen sind differenzielle Setzungen: Eine Ecke der Bodenplatte liegt auf gewachsenem Porphyr, die andere auf 4 Metern Auelehm. Ohne angepassten Verdichtungsraster reißt der Baukörper innerhalb der ersten zwei Jahre. Ein zweites Problem ist die hydraulische Kurzschlussgefahr: Werden die Säulen in grundwasserführende Schichten getrieben, ohne die Durchlässigkeit zu prüfen, können Kontaminationen aus dem Oberboden in tiefere Aquifere gelangen. Die untere Wasserbehörde der Stadt Halle verlangt dafür einen separaten Nachweis nach WHG, den wir in die Bemessung integrieren.
Unsere Leistungen
Wir begleiten den gesamten Prozess von der Erkundung bis zur Qualitätskontrolle der ausgeführten Säulen:
Geotechnische Bemessung
Ermittlung des Verbesserungsfaktors, Rasterwahl und Setzungsberechnung für Flachgründungen, Industrieböden und Verkehrsflächen.
Qualitätskontrolle & Abnahme
Lastplattendruckversuche auf der Einzelsäule und der Vergleichsfläche, Rammkernsondierungen zur Überprüfung der Einbautiefe.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Bemessung einer Schottersäulen-Baugrundverbesserung in Halle?
Die reine Bemessungsleistung liegt je nach Projektgröße zwischen €1.500 und €5.110. Der Preis hängt von der Anzahl der zu untersuchenden Lastfälle, der Komplexität des Untergrundmodells und dem Umfang der erforderlichen Baugrunderkundung ab. Für ein typisches Mehrfamilienhaus mit etwa 300 m² Grundfläche planen Sie mit rund 2.800 Euro für Statik und Nachweise.
Ab welcher Auelehm-Mächtigkeit lohnen sich Schottersäulen statt Bodenaustausch?
Die Faustregel für die Region Halle liegt bei 3 Metern. Darunter ist ein konventioneller Austausch mit verdichtetem Kies meist wirtschaftlicher. Bei Mächtigkeiten von 3 bis 8 Metern – typisch für die Saaleaue zwischen Gimritzer Damm und Rabeninsel – spielen Schottersäulen ihre Stärken aus: weniger Aushub, kein Deponieren von belastetem Material und kürzere Bauzeit.
Welche Bodenkennwerte brauchen Sie für die Bemessung?
Wir benötigen die undränierte Scherfestigkeit des weichen Bodens aus CPT-Sondierungen, den Steifemodul der tragfähigen Schicht, den Grundwasserstand und die Korngrößenverteilung des zu verbessernden Horizonts. Diese Daten stammen idealerweise aus einer kombinierten Kampagne mit Drucksondierungen und Rammkernsondierungen, die wir im Stadtgebiet Halle mit eigenem Gerät durchführen.